Im Rahmen der Wiener Festwochen lud KULTURFORMAT seine Gäste am 11.06.2019 in das Wiener Akademietheater. Am Spielplan, nach einer Werkeinführung, stand die Suite n°3 – Europe aus der Encyclopédie de la parole. Für die Dramaturgie und Regie zeichnet Joris Lacoste, nicht verwandt mit dem französischen Tennisspieler und Mödeschöpfer, verantwortlich. Die musikalische Komposition stammt von Pierre-Yves Macé. 

Zum Werk: Wie lassen sich Unbehagen, Hohn oder Hass darstellen? Encyclopédie de la parole antwortet darauf mit eigenen Waffen: Worten und Musik. Nach den großartigen Stücken Suite n°1 und Suite n°2 zehren die französischen Künstler weiterhin von ihrer umfangreichen Sammlung aus Tondokumenten, die einer Bestandsaufnahme von Mündlichkeit in all ihren Formen gleichkommt. Dieses Mal sind sie besonders an jenen Worten interessiert, die Menschen aus verschiedenen Gründen und in unterschiedlichem Ausmaß nur ungern hören. 

Ob standardisierte Jobinterviews, Verschwörungstheorien oder Schimpftiraden, Suite n°3 – Europe bringt sie auf die Bühne und macht daraus 26 Vertonungen in den offiziellen Sprachen der Europäischen Union. In Form eines Liederabends bringen zwei SängerInnen und ein Pianist sie zum Vortrag, ganz in den europäischen Traditionen von Oper oder Sprechgesang. Die schönen Melodien versuchen das Unerträgliche zu mildern, wenden sich gegen die Heftigkeit der zweifelhaften Äußerungen, die auch Realität des Kontinent sind, und erlauben sogar darüber zu lachen.

Es war ein gelungener Abend für KULTURFORMAT-Geschäftsführerin Daniela Grill und ihre Gäste, die in den Genuss dieses außergewöhnlichen Stücks kamen.